Unterdrückung fighten

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... Seminare leiten. Ein 2-moduliges Basistraining zum Einstieg in die politische Bildung für Menschen, die von Rassismus und/oder Antisemitismus betroffen sind.

  • Dich stören Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft?
  • Du hast Interesse an der Arbeit mit jungen Menschen?
  • Du hast Lust, Methoden und Tools zu erlernen, um mit Gruppen zu politischen Themen zu arbeiten, zu informieren und gesellschaftliche Veränderungen anzustoßen?
  • Du hast Lust, dies gemeinsam im Team zu machen und zu erlernen?

Dann ist die außerschulische politische Bildungsarbeit genau das Richtige für Dich!

Politische Bildung versucht u.a. Menschen stark zu machen, sich gegen Diskriminierung einzusetzen und sich politisch einzumischen.

Warum diese Fortbildung?

Gesellschaftspolitische Themen kommen im Schulunterricht oft zu kurz. Selten wird darüber gesprochen, wie politische Teilhabe funktioniert oder was wir gegen Diskriminierung tun können. Außerschulische Bildungsträger versuchen, diese Leerstellen zu füllen und machen Angebote zu diesen Themen.

So wie die Bildungsstätte Bredbeck und die Jugendbildungsstätte LidiceHaus: Die beiden gemeinnützigen Institutionen fördern durch ihre politische Jugend- und Erwachsenenbildung eine solidarische und gleichberechtigte Gesellschaft. 

Wichtige Themen der Arbeit sind zum Beispiel: Demokratiebildung, Empowerment, Antisemitismus- und Rassismuskritik, Migration, Erinnerungsarbeit, geschlechtliche und sexuelle Vielfalt. 

Für wen ist dieses Basistraining?

Ziel dieser Qualifizierung ist es, Menschen, die in Deutschland Rassismus- und/oder Antisemitismuserfahrungen machen, zu Trainer*innen der politischen Jugendbildung auszubilden.

Das heißt, wir addressieren zum einen Personen, die sich jüdisch identifizieren und auf dieser Grundlage in Deutschland von Antisemitismus betroffen sind (sei es über ihren Familienhintergrund, ob patrilinear, post-sowjetisch oder mit anderem Background, kulturell, säkular oder religiös).

Zum anderen richtet es sich an Personen, die sich als BI*PoC identifizieren (Black, Indigenous, People of Colour). Damit laden wir Menschen ein, die als Romn*ja oder Sinte*zze, als Schwarze Menschen, Asiatische Deutsche, als Muslim*innen oder muslimisch gelesene Personen, als geflüchtete Personen, Rassismus oder Antislawismus erfahren und natürlich an alle Personen, die sowohl Rassismus als auch Antisemitismus erfahren.

Perspektiven von Personen, die diese Marginalisierungserfahrungen machen, stellen eine wichtige Ressource in der politischen Bildung dar, aber fehlen leider immernoch viel zu häufig. 

Warum diese gemeinsame Ausbildung für Jüd*innen und BI*PoC? 

Entgegen der starken Spaltungsdynamiken, die jüdische Menschen und jenen, die von Rassismus betroffen sind, teilen, trennen und gegeneinander aufbringen, ist uns der solidarische Bündnis-Gedanke ein großes Anliegen. Diese können unserer Ansicht nach nur durch Begegnungs- und Verbindungsräume aufgebaut werden, in denen wir gemeinsam zusammen kommen, in denen wir mehr zu den spezifischen Unterdrückungsformen lernen und unsere eigenen Haltungen und Denkmuster selber kritisch hinterfragen. 

Getrennt und auch gemeinsam wollen wir einen mutigen Raum des miteinander Lernens schaffen: einander zuhören, Widersprüche aushalten, Konflikte ansprechen, Differenzen verstehen und Verbindendes finden, um auf der Grundlage handlungsfähig zu werden. 

“Wer selbst Ausgrenzung erlebt, bringt Wissen mit. Wer sich solidarisch verbündet, kann daraus gemeinsame Handlungskraft entwickeln.“

Termine

MODUL 1
1.–5. Februar 2027 in der Jugendbildungsstätte LidiceHaus in Bremen

  • Kennenlernen und (persönliche) Zielsetzungen
  • Basiswissen zu Rassismus und Antisemitismus (Input, Selbstreflexion, eigene Verortung)
  • Reflexionsarbeit in zwei Gruppen (jüdisch / BI*PoC) 
  • Gemeinsame Reflexion der Prozesse und der spezifischen Herausforderungen
  • Zusammenführung und Politische Bildung aus einer marginalisierten Perspektive 

MODUL 2
11.–14. März 2027 in der Bildungsstätte Bredbeck in Osterholz-Scharmbeck

  • Praxiswerkstatt: Hier könnt ihr selbst Methoden ausprobieren!
  • Entwicklung einer eigenen Haltung als politische Bildner*in
  • Konzept des “braver spaces”
  • Einsatzfelder, Visionen und Vernetzung

Vermittlung von Methoden der politischen Bildung

Im Rahmen der Qualifizierung werdet Ihr in beiden Modulen selbst Methoden als Teilnehmende erleben und durchlaufen. Damit erlernt Ihr Kenntnisse über Methoden und ihre Wirkung und gleichzeitig die Möglichkeit, diese Methoden auch in Eurer zukünftigen politischen Bildungsarbeit selbst anzuwenden.

Informationen zur Teilnahme

  • Eine Teilnahme an beiden Modulen an allen Tagen ist erforderlich. Wenn Ihr Interesse habt, aber nicht an allen Tagen könnt, würden wir Euch bitten, Euch nicht anzumelden. Es wird voraussichtlich auch 2028 wieder ein Kurs geben. Ihr könnt gerne Eure Kontaktdaten hinterlassen, damit wir Euch über die Termine 2028 direkt informieren können.
  • Im Anschluss erhält jede Person ein Teilnahme-Zertifikat 
  • Die Teilnahme ist kostenlos: Auch Übernachtungen und Verpflegung sind frei. Die Fahrtkosten können leider nicht übernommen werden.
  • Das Seminar wird auf Deutsch durchgeführt. Die Trainer*innen bemühen sich um leichte Sprache und können in Teilen in Englisch übersetzen.

Das solltest du mitbringen

  • in Deutschland negativ von Rassismus und/oder Antisemitismus betroffen zu sein (Menschen, die von anti-Schwarzem, antimuslimischem, anti-asiatischem (...) Rassismus oder Antislawismus betroffen sind, Jüd*innen, Indigenous People, People of Color, Rom*nja, Sinti*zze, 
  • Interesse an gesellschaftspolitischen Themen
  • Neugier auf Dich selbst, auf eigene Leerstellen, eigene Fähigkeiten und auf Geschichten, Perspektiven und Erfahrungen der anderen Teilnehmenden
  • Du bringst eine Offenheit und Bereitschaft mit, Dich auf einen gemeinsamen Lernprozess einzulassen, mit selbstkritischer Reflexion, spannungsvollen Kontroversen, die auch herausfordernd sein können.  Dafür braucht es Mut = braver space

Die Veranstaltung findet vorbehaltlich der beantragten Fördermittel statt.